Archiv für Mai 2011

Expertenrat: Legasthenie und Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) – live im MDR 1 Radio Sachsen

2011/05/27

mdr1-rs-logoNächste Woche Dienstag (31.05.2011) bin ich bei der Ratgebersendung des MDR 1 Radio Sachsen  zum Thema: Lese-Recht-Schreibschwäche. Von 11.00 Uhr bis 13.00 Uhr eingeladen.

Die Zuhörer können per Telefon Fragen stellen, und ich werde als Legasthenieexperte Ihnen Rat, und Antwort geben. Sollten Sie nicht im Raum Sachsen wohnen, können Sie sich auch den Live-Stream online anhören.

Die Moderatorin Gabi Kammel wir die Sendung moderieren.

Kostenfreie Telefonnummer für Hörerfragen: 0800 6377272

Wir freuen uns Ihre Anrufe!

Das Phänomen der Blumento-Pferde?

2011/05/26

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Die wunderschöne Karikatur hat uns Tabea Osswald gezeichnet.

(c) Alle Rechte by Tabea Osswald

Ostdeutschland weiß am wenigsten über LRS und Legasthenie

2011/05/25

Im Rahmen unserer Aufklärungsarbeit unseres Institutes erleben wir das die Aufklärung zum Thema LRS und Legasthenie erschreckend gering ist. Dies hängt sicherlich an der deutsch-deutschen Teilung, wo man 40 Jahre von gänzlicher internationaler Legasthenieforschung abgeschnitten war. Dementsprechend sind die Zustände noch um einige Jahre rückständiger, als in den alten Bundesländern.

Da wir die Lage auf beiden Seiten der Bundesrepublik persönlich kennen, können wir aber im Gesamturteil sagen: dass im Bundesvergleich die neuen Bundesländer am aller wenigsten über das Thema aufgeklärt sind. Man muss aber eines wissen, dass der Zustand im Bildungssystem in den alten Bundesländern, zwar etwas anders ist, aber auch nicht unbedingt viel besser. In den alten Bundesländern ist man rund 40 Jahre zurück, und in den neuen würden wir sicherlich mindestens 50-60 Jahre schätzen.

Sicherlich liegt es an der veralteten Sichtweise der Weltgesundheitsorganisation, die es international mit einem ICD-10-Schlüsseln zu definieren versucht hat, was aber in der gesamten Betrachtung der sehr hochkomplexen Zusammenhänge zum Scheitern verurteilt ist. Darum scheitert auch grundsätzlich die Diagnostik in diesem Bereich. Diese Ansätze hat man natürlich auf die neuen Bundesländer übertragen, und ist aber im Abstand noch um mindestens 10-15 Jahre im Vergleich mit den alten Bundesländern zurück.

In den alten Bundesländern an hat man dieses Thema überhaupt nicht richtig umfassend wissenschaftlich betrachtet, denn wir sind davon überzeugt, dass die Legasthenieforschung eine eigene wissenschaftliche Disziplin ist. Diese setzt sich aus Hauptdisziplin zusammen wie: Pädagogik, Sozialwissenschaften, Soziologie, Medizin, Psychologie usw.(diese Fachbereiche beinhalten aber noch weitere Unterbereiche!) die alles im Zusammenhang bringen müssen. Da die Thematik nur aus einer sehr einseitigen pathologischen Sichtweise, gesehen wird, gibt es auch keine umfassende Diagnostik und noch weniger hilfreiche Hilfestellungen, die dem Betroffenen zur sozialen Selbstständigkeit verhelfen. Als Institut arbeiten wir aus persönlicher Erfahrung heraus, sowie auf dieser umfassenden wissenschaftlichen Perspektive.

Über diese kurz zusammengefassten Zusammenhänge werden wir sicherlich auch künftig berichten.

Wir sind nicht alleine auf dieser Welt – Wir reden nicht, wir schweigen nur!

2011/05/24

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Wir Deutschen sind vielleicht zu perfektionistisch, dass wir nicht darüber reden wollen, dass es viele Menschen in der Bevölkerung (je nach Statistik: 5-20%) gibt, die mit dem Lesen und Schreiben zu kämpfen haben. Sehr pauschal gesehen passen wir ins Bild der Analphabeten, Lernbehinderten, und wer weiß , was es noch so für Bezeichnungen gibt – wenn wir hier weiterdenken würden. In allen Altersklassen, in allen Schichten. Mir begegnete bisher kaum eine Berufsgruppe, in der es keine Legastheniker gibt. Von Störung oder Behinderung war jedenfalls keine Spur. Komisch?

Wenn in einer Gesellschaft ein Tabu aufgebaut ist, lassen sich die Gedankengebäude nur langsam einreißen. Das kommt davon, weil es nur sehr wenige gibt, die sich outen. Würden wir es aber tun, bekäme die Öffentlichkeit ein ganz anderes Bild über uns. Störbilder könnte man entstören. Wir könnten viele entspannter leben. Seit ich es in den letzten Jahren so offen darüber geschrieben habe, wurde ich selbst viel gelassener. Heute erlebe ich es auch Tag für Tag in meiner praktischen Arbeit mit anderen Betroffenen, das ihr Leben leichter wird, sobald sie sich bewusst mit dem Thema auseinandersetzen.

Nur wenn wir darüber reden, wird uns die Öffentlichkeit verstehen – auch wenn es ihr schwer fällt, die alten Mythen und Denkmuster über uns loszulassen.

Jubiläum: 5 Jahre Legasthenieblog

2011/05/19

Genau vor 5 Jahren habe ich mich im Mai 2007 an dieser Stelle als Legastheniker geoutet. Bis heute ist dieses Blog das Leitmedium zum Thema Legasthenie, Lese-Rechtschreibschwäche (LRS), Dyskalkulie sowie Hochbegabung in Form eines Internettagesbuches im deutschsprachigen Raum – nicht nur das sondern es wird auch international gelesen.

In den nächsten Monaten werden wir die 200.000-er Besuchermarke überschreiten. An dieser Stelle bedanke ich mich noch einmal ganz herzlich bei meinen treuen Lesern, die während der letzten Jahre meine Beiträge gelesen – und kommentiert haben.

Radio und TV-Auftritte

2011/05/18

In den kommenden Wochen haben wir viel vor. Neben der Einladung des MDR 1 Radio Sachsen am 31.05.11 von 11.00 Uhr bis 12.00 Uhr laufen dann bis Ende Juni die Dreharbeiten für einen Beitrag des MDR-Fernsehens der Sendung: selbstbestimmt! Er wird voraussichtlich dann Ende Juli gesendet. Genaueres wissen wir noch nicht! Sobald wir mehr wissen, bekommen Sie weitere Infos über unser Blog und Institutsseite.

Legastheniker und ihre Berufswünsche – ein Interview mit Katrin Schütz aus Bad Bramstedt

2011/05/16

Vor fast genau 2 Jahren hatten wir das letzte Interview mit der Legasthenikerin Katrin Schütz aus Bad Bramstedt. Damals schilderte sie ihre alltägliche Situation in ihrer Bad Bramstedter Realschule. Heute wollen wir sie über die jetzige Situation in ihrem Leben interviewen und herausfinden, ob ihr Berufswunsch, eine Polizistin zu werden bzw. einen höheren Bildungsweg auch als Legasthenikerin einzuschlagen, verwirklicht werden kann.

Lars-Michael Lehmann: Vor 2 Jahren hast du uns sehr ausführlich über deine schulische Situation berichtet. Gab es damals auf das Interview irgendwelche Rückmeldungen?

Katrin Schütz: Auf das Interview direkt gab es keine Rückmeldungen von Lehrern, sondern nur von Verwandten und Freunden. Allerdings haben wir Lehrer an unserer damaligen Schule über dieses  Projekt: „Das Leben mit Legasthenie“ , aufgeklärt. Danach hat sich bei den betroffenen Lehrern einiges verändert – zum Positiven natürlich.

Lars-Michael Lehmann: Damals hast du deinen Wunsch geäußert, weiter auf die Schule zu gehen oder Polizistin zu werden. Mit welchem Durchschnitt hast du deinen Realschulabschluss geschafft? Wie waren deine Zensuren im Fach Deutsch?

Katrin Schütz: Ich habe meinen Realschulabschluss mit einem Durchschnitt von 2,2 bestanden und gehe nun weiter zur Schule, um mein Abitur zu machen. In der Abschlussarbeit in Deutsch habe ich eine glatte Zwei gehabt und mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.

Lars-Michael Lehmann: Wie erlebst du deine heutige Situation als Legasthenikerin? Begegnet man dir mit dem Thema Legasthenie offener – oder nach wie vor eher weniger aufgeklärt? Erzähle einfach mal.

Katrin Schütz: Das Thema Legasthenie wird leider immer noch eher totgeschwiegen. Die wenigsten Lehrer scheinen umfassend informiert zu sein, und wenn man ein Wort in den Klausuren falsch geschrieben hat, wird es gleich vor der ganzen Klasse an den Pranger gestellt. Ich habe auch Legastheniker kennen gelernt, die sich auf ihrer Legasthenie ausruhen, was ich ebenfalls nicht in Ordnung finde.

Lars-Michael Lehmann: Was hat sich so in den letzten Jahren in deinem Leben so verändert? Mit 17 Jahren wird man ja so langsam erwachsen – und sieht die Welt mit anderen Augen als man sie mit 15 gesehen hat.

Katrin Schütz: Nun, was sich verändert hat? Es hat sich viel verändert, wenn Sie schon so fragen. Zunächst ist da die neue Schule, auf der Legasthenie nicht mehr anerkannt ist -  und ich erlebe einen viel anstrengenderen Tag als früher. Wenn man auf diese neuen Erfahrungen zurückblickt und das, wie das Schulleben momentan ist, könnte man wirklich sagen, dass man den Realschulabschluss mit noch besseren Noten hätte schaffen können. Es hat sich auch viel an der Einstellung verändert. Man lernt, sich seine eigene Meinung über Dinge zu bilden und nicht den Medien zu vertrauen. Und man findet besondere Eigenschaften über sich selber heraus wie zum Beispiel, dass man – als Legastheniker – lernt, Schreiben zu lieben, denn man kann seine Gedanken zwar nicht immer ganz richtig in Schrift umsetzen, aber man kann sie detailgetreu beschreiben, ausmalen und all das tun, was die Fantasie zulässt.

Lars-Michael Lehmann: Wie siehst du deine eigene berufliche Zukunft? Kannst du dir vorstellen, dass unsere Potenziale als Legastheniker bei Arbeitnehmern interessant sein könnten?

Katrin Schütz: Ich steh zu meiner Legasthenie und finde grade, dass es einen so interessanter macht. Kein Mensch ist perfekt und man muss das Beste daraus machen. Ich persönlich habe das Schreiben für mich entdeckt und möchte gerne in den Bereich Journalismus – mit dem Schwerpunkt Musik. Durch meine Schule, wo ich den Schwerpunkt Kommunikation und Medien (Deutsch) und Wirtschaft habe, hoffe ich natürlich, mein gewünschtes Ziel erreichen zu können. Ich rate jeder Legasthenie betroffenen Person zu kämpfen und nicht aufzugeben. Wenn man lernt, gegen die Legasthenie zu kämpfen, schafft man es auch, für seinen Traum zu kämpfen und zu seiner Legasthenie zu stehen. Alle die sich allerdings darauf ausruhen sind meiner Meinung nach nicht fähig, etwas ändern zu wollen.

Lars-Michael Lehmann: Hast du denn in den letzten Jahren deine eigenen Potenziale und Fähigkeiten entdeckt? Erzähl uns doch einmal von deinen speziellen Fähigkeiten und Talenten – die wir Legastheniker alle haben.

Katrin Schütz: Fähigkeiten kann man nie genug entdecken, weil man jeden Tag etwas Neues dazu lernt, wenn man nur will. Meine Fähigkeit, wenn ich ganz frech sein darf, ist,  einen Text mit so viel Gefühl zu verfassen, dass andere sich so hineinversetzen, als würden sie dasselbe spüren, wie die Person im Text. Die meisten „Legas“ haben diese Gabe, diese blühende Fantasie umzusetzen – ob in Schrift, Bild oder Musikform. Wäre ja langweilig, wenn alle perfekt sind und jeder alles kann. Ich denke auch, dass jeder Legastheniker hat seine eigenen Fähigkeiten hat, die andere nicht haben und „Normalos“ schon gar nicht.

Lars-Michael Lehmann: Vielleicht hast du die Debatten in den letzten Jahren im Bildungssystem verfolgt. Bisher hat sich in punkto differenzierter Förderung kaum was getan. Wie empfindest du die heutige Situation im Bildungssystem?

Katrin Schütz: Durch meinen Schwerpunkt Deutsch musste ich mich persönlich damit abfinden, dass Legasthenie nicht verstanden werden will, genau wie Dyskalkulie. Doch ich hoffe, dass wenigstens die nächsten Generationen nicht mehr darunter leiden und dass es vielleicht in Schulen intensive Hilfe gibt, um allen die gleiche Chance zu geben.

„Welcome to my life, you see it is not easy but I’m going to do all right. “ Sunrise Avenue

Wenn man will, schafft man sein Ziel. Also nicht aufgeben, auch wenn der Weg hart und steinig ist. Ich rate es jedem Legastheniker, denn niemand ist dumm und nach all den Jahren, in denen ich mir das anhören musste, weiß ich es auch: Niemand ist dumm! Jeder kann das Rechtschreiben und Rechnen lernen. Es kommt nur darauf an, dass wir so angenommen werden, wie wir eben sind: Als Legastheniker sind wir einzigartig.

Bildquelle: Privatfoto Katrin Schütz

Kommentar zum MDR-Bericht über LRS-Symposium in Erfurt: Wie kann Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwäche geholfen werden?

2011/05/13

Wir beobachten seit einigen Jahren aktiv die mediale Berichterstattung zum Thema Legasthenie. Den gestrigen Bericht des MDR-Fernsehens haben wir natürlich mit großem Interesse verfolgt. Medien berichten nach unseren Beobachtungen nicht differenziert und aufklärend genug über das Thema Legasthenie und LRS. Es finden sich kaum Erklärungen bzgl. der Vielfalt von Schwierigkeiten, die beim Lesen und Schreiben auftreten.

Dass Schüler an unseren, meist öffentlichen, Schulen viel Hohn und Spott erleben und ertragen  müssen, ist seit mindestens vier Jahrzehnten bekannt. Dass man die Legasthenie-Störung mit Sprachgebärden therapieren will, ist nach unserer Auffassung weniger erfolgreich. Legastheniker – und auch jedes andere Kind – lernt nachweislich mit allen Sinnen. Es ist notwendig, zuerst eine differenzierte Diagnose durchzuführen, um herauszufinden, ob es sich um eine erworbene LRS oder um eine so genannte genetisch bedingte Legasthenie handelt. Erst dann ist es überhaupt möglich, einen Schüler individuell, persönlich und umfassend mit einem besonderen Konzept aus der interdisziplinären Legasthenieforschung zu fördern bzw. zu begleiten.

Dass Schulen heute Legasthenikern zu große Freiräume lassen würden, können wir so nicht teilen. Es zeichnet sich nach unseren Erfahrungen ab, dass auch mit einem gut gemeinten, „systematischen“ Deutschunterricht, der gerne als Deutschförderunterricht in der Statistik geführt wird, kaum einem Legastheniker nachhaltig geholfen werden kann. Die Didaktik, die Methodik, wird erneuert, um den Leselernprozess, das Lesen selbst und das Schreiben in den Griff zu bekommen, doch der Schüler selbst steht außerhalb des Zentrums des Geschehens. Es gilt, den Schüler selbst in das Zentrum wieder zu stellen – und es zuzulassen, dass eine differenzierte Diagnostik an erster Stelle steht, bevor Lehrer und/oder auch Legastheniespezialisten mit dem Kind arbeiten.

Klarheit, Differenzierung und das Bewusstsein, dass das Kind im Zentrum der Pädagogik steht, ist der erste Schritt in Richtung nachhaltiger Behandlung jeglicher Erscheinungsformen von LRS, Legasthenie und auch der sich mittlerweile stark verbreitenden Dyskalkulie.

Der allgemeine Ansatz, das zeigte auch der kurze Ausschnitt des LRS-Symposiums, orientiert sich lediglich an der veralteten Diskrepanzdefinition der WHO ICD-10, was nur eine sehr pauschale Zusammenfassung sämtlicher Schwierigkeiten darstellt, die mit dem Lesen und Schreiben einhergehen kann. Und genau darin liegt das eigentliche Dilemma in der heutigen Legasthenieforschung, das auf der Forschungsarbeit von  Dr. Prof. Günther Esser basiert. Seine Argumente sind, unserer Meinung nach, rein subjektiver Natur. Es reichen keinesfalls vier Sonderstunden als Gruppenunterricht in der Schule, um das Problem in den Griff zu bekommen, das zeigen uns auch die Ergebnisse der LRS-Klassen, in denen keine differenzierte Förderung stattfindet. Nach unseren Beobachtungen und praktischen Erfahrungen während der letzten Monate haben viele unserer Schüler weder eine umfassende Förderung noch eine Diagnose erfahren.

Wir bezweifeln, dass solche LRS-Symposien unsere Probleme in dieser Gesellschaft den Betroffenen, sei ohne oder mit erworbener Lese-Recht-Schreib-Schwäche (LRS) oder genetisch bedingter Legasthenie, auf diese Art und Weise Hilfe erfahren werden.

Die Diskussionen sind schon seit vielen Jahrzehnten die gleichen, und es wird nach wie vor versäumt, zielorientiert den Betroffenen eine Schullaufbahn zu ermöglichen, die ihren Fähigkeiten und Potenzialen entspricht. Diese Herangehensweise wird sich bald aufgrund des demografischen Wandels und Fachkräftemangels in erschreckender Weise bemerkbar machen, da man es verpasst hat, sich umfassend und interdisziplinär mit der Thematik auseinanderzusetzen. Der amerikanische Soziologe Andrew Abbott hat untersucht, wie die Wissensgesellschaft den Erwerb von Wissen vernachlässigt – und dadurch die Idiotie einer Disziplin befördert. Genau diese Probleme haben wir auch in der internationalen und deutschen Legasthenieforschung, worauf sich auch unsere Selbsthilfeverbände und unsere Politik sich stützen.

So werden wir jedenfalls nicht zum Ziel kommen!

Leserzuschrift: Hey, ich bin ja noch komplexer als ich dachte

2011/05/13

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Sehr geehrter Herr Lehmann,

auf diesem Wege möchte ich einfach DANKE sagen. Danke für so viel geballte Information unter http://legasthenieistkeineschande.wordpress.com, die mir sehr helfen, Legastheniker zu verstehen.

Meine Freundin ist Legasthenikerin, ich selbst nicht. Ich habe sie von Beginn an als einen sehr begabten und außergewöhnlich einfühlsamen Menschen erlebt. Letzteres hat uns unter anderem auch zusammengebracht.

Mir wird seit unserem Zusammensein mehr und mehr die Komplexität eines Legasthenikers bewusst – nur ein Beispiel: non-lineare Denkmechanismen. Und da die Legastheniker diese Komplexität nicht selten auch noch durch eine enorme Auffassungsgabe toppen, kann ich wirklich Null Verständnis entwickeln für das, was wie leider oft allgegenwärtig in der Gesellschaft praktiziert wird.

Aber Verständnis bzw. Verstehen … das ist für mich der Hauptanteil. Ich möchte Legastheniker allgemein, natürlich insbesondere meine Freundin, einfach verstehen lernen. Denn Legastheniker sind für mich sehr vielfältige und spannende Menschen. Ich habe bislang nur einen Bruchteil Ihrer Artikel lesen können.  Ich habe schon in vielen Artikeln meine Freundin haargenau wieder erkannt. Oft gab es den A-ha Effekt, oft auch Hilfe zur Selbsthilfe. Bei einigen Artikeln stellte meine Freundin fest, dass sie mit Hilfe Ihres Blogs die Chance hat, sich selbst noch näher kennen zu lernen. D.h. es kommt auch hier immer wieder zu Momenten, in denen das Bewusstsein feststellt „hey, ich bin ja noch komplexer als ich dachte“.

Ich danke Ihnen hiermit – auch im Namen meiner Freundin – für diese ehrliche, offene und sehr hilfreiche Darstellung der Legasthenie.
Ich werde noch viel lesen!

Beitrag vom 29.01.2009

2011/05/12

Heute gab es ein weiteres Agenda-Setting für unseren Imagefilm mit der Kreativarbeiterin Tabea Osswald, sie zeichnet unsere Karikaturen und entwickelt unseren Imagefilm von Legasthenie-Coaching. Wie Sie sehen, hat Frau Osswald ihre erste Zeichnung erstellt. Der Film wird bis Ende Juni fertig sein.

Hier ist schon einmal ein kleiner Entwurf.

Bildrechte: Tabea Osswald


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