
Gestern habe ich wieder mal einen unentdeckten Legastheniker kennengelernt. Dieser ist Architekt und wurde ganz neugierig, und wollte viel über das Thema Legasthenie wissen. Man muss dazu sagen, es gibt nicht wenige aus seiner Zunft die legasthen sind.
Das Lesen im Leben hat ihn bisher weniger interessiert, konnte sich aber sehr gut immer Artikulieren. Sein Studium zum Architekten fiel ihm nicht schwer, weil es eher allgemein von alles etwas war. Bloß schreiben konnte er halbwegs, lesen war immer eine Qual um sich um Zeile für Zeile durch den Text zu arbeiten. Bis heute versteht er den Inhalt des gelesenen nicht.
Er ist selber als Bauplaner tätig, und hat einen Kompagnon der sehr ähnliche Symptome hat. Wie mir er es geschildert hat. Im Sozialverhalten macht sich das legasthensein auch in der Arbeitswelt bemerkbar, da wir auch in diesem Bereich anders ticken. Da stehen Personaler regelrecht vor großen Herausforderungen. Legasthene sind nicht nur im Lesen, Schreiben anders, sondern auch im Verhalten, Gefühlswelt, Wahrnehmung der Umwelt, dem Denken und Handeln.
Das Gegenüber versteht es aber zumeist nicht, und es kommt zu Konfrontationen. Meistens aus Unwissenheit. Immer wieder gibt es legasthene Führungskräfte, wenn sie das Unternehmen selber aufbauen mag es in der Regel funktionieren. Denn diese werden ein passendes Team aufgrund ihrer Erfahrungen aufbauen können. Kommt aber eine legasthene Führungskraft oder Mitarbeiter in ein neues Unternehmen und muss die Leitung oder andere Aufgaben übernehmen, kann es sehr herauszufordernd werden.
Legastheniker denken in Windeseile, kombinieren Komplexe Zusammenhänge, wo andere nicht-legasthene verzweifeln könnten. Dann haben viele eine andere Management von Zeit, Arbeitsstreukuren, diese ist meistens chaotisch, für die uns nicht verstehen. Das passt meistens nicht in die lineare strukturierte Arbeitswelt der anderen.
Für diese Klientel benötigen Personaler viel Wissen wie sie diese Mitarbeiter im Unternehmen positionieren können. Kann man diese gut Integrieren wird man eine gute Bereicherung im Unternehmen haben. Legasthene können nicht selten Arbeitsprozesse optimieren, oder die Innovationskraft eines Unternehmens steigern. Das liegt an unserer anderen Wahrnehmung die in diesem Fall sicherlich keine „Schwäche“ ist sondern zur Stärke wird. Wenn man also diese speziellen Fähigkeiten ins Unternehmen integeren kann, wird ein Unternehmen eine Bereicherung in vielen Feldern erfahren.
Im Bereich Personalentwicklung wäre es sehr gut darüber Bescheid zu wissen, wie man die Potenziale legasthener Mitarbeiter optimal einsetzen kann.
Bildquelle: Lars-Michael Lehmann