Archiv für Oktober 2010

Die unterschiedlichen Wahrnehmungswelten – legasthener Menschen und nicht-legasthener

2010/10/26

Offene Wahrnehmung, legasthner Menschen

Dieses Bild verdeutlicht, die offene Wahrnehmung eines legasthenen Menschen.

latent gehemmte Wahrnehmung

Dieses Bild zeigt die „latent gehemmte Wahrnehmung“, nicht-legasthener Menschen und mit LRS.

Mehr und mehr verstehe ich die Zusammenhänge unserer unterschiedlichen Wahrnehmungswelten. Zum einen gibt es eine abgeschirmte „latent gehemmte Wahrnehmung“ und zum anderen eine sehr „offene“ Wahrnehmungswelt. Aus dem „nicht-legasthenen“ bzw. aus dem latent gehemmten Wahrnehmungsblickwinkel, werden wir als gestörte empfunden.

Wir empfinden aber die so genannte „latent gehemmte Welt“, die vielschichtig ihre Wahrnehmung auf Fakten und Logik abgeschirmt haben als unbeweglich und unkreativ. Darum gibt es aufgrund unserer anderen Wahrnehmung immer wieder Diskrepanzen. Wir können nicht abgeschirmt denken, weil unserer Wahrnehmung 360° offen ist, die andere der latent gehemmten ist in der Wahrnehmung aufs Minimum reduziert. Diese beiden Welten können sich nicht verstehen, da diese Different sind.

Sicherlich gibt es sehr viele verschiedene Facetten dieser unterschiedlichen grob definierten Wahrnehmungsmuster. Auch in der Wissenschaft ist bis heute bekannt dass viele von uns mehr mit der rechten Gehirnhälfte denken, diese ist für das emotionale, kreative, und alle umfassende ganzheitliche Denken zuständig, bringt und aber Schwierigkeiten in der sprachlichen Verarbeitungder Sinne wenn es um Symbole, Buchstaben oder Zahlen geht. Diese liegen nicht an organischen Krankheiten, sondern an unser normalen veranlagten Wahrnehmungsfunktionen. Die linke Gehirnhälfte, die maßgeblich von den so genannten „latent gehemmte Wahrnehmung“ benutzt wird, ist für Logik, Sprache, und selektiven Denken zuständig. Diese kann auch gedankliche Prozesse gezielter Lenken und Differenzieren.

Umso mehr ich mich mit dem Thema Legasthenie beschäftigte, fällt es mir auch auf das diese Menschen wirklich von ihrer Wahrnehmung anders beschaffen sind – deswegen aber nicht gestört sind sondern eine andere Form der Wahrnehmung und Intelligenz besitzen. Nur in unseren alphabetisierten Kultur werden wir als Störung empfunden. Was wäre aber wenn wir die Masse dieser Gesellschaft wären? Vielleicht würden wir dann die Leute die mit einer „latenten Hemmung“ ausgestatteten, als gestörte empfinden. Weil sie auch nicht in unsere Normung passen würden.

Umso mehr ich mich mit der wissenschaftlichen Literatur beschäftigte, muss sich ich wissen dass diese immer von so genannten „latent gehemmten“ Wahrnehmung verstanden und interpretiert wurde. Daher wird für mich vieles in ganz anderen Zusammenhängen viel klarer und deutlicher, denn die wissenschaftlichen Zusammenhängen brauchen unsere Wahrnehmung, um diese richtig zu interpredieren.

Denn die latent gehemmte Wahrnehmung, kann eigentlich nicht so recht differenzieren. Sie denkt nur die „Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Körbchen“, wie eben ein Computerprogramm. Genau darum braucht es für dieses Thema unserer Wahrnehmung. Deswegen braucht es uns Legastheniker, noch viele Wissenschaftler und Forscher. Nur wir, können uns selber verstehen! Denn ein Blinder, kann uns auch nicht die Farben erklären. Da braucht es auch einen der in dieser bunten Welt voller Farben lebt.

Neulich ging durch die Dresdner Neustadt, und blieb vor einem Ladenfenster stehen. Die eine Perspektive, nur durch einen Rahmen sehen konnte. Dieser soll für die latente gehemmte Wahrnehmung stehen. Dann der Blick mit mehreren Rahmen, mit vielen Denkmustern und Perspektiven, so kann man sich vielleicht in abstrakter Form unser Denken vorstellen. Sollte man so eine interessante und vielschichtige Form des Denkens und Wahrnehmens, wirklich als „Störung“ empfinden?

Man kann aber nicht sagen welche Form der Wahrnehmung nun besser ist, für die Industrie oder Fließbandarbeit ist eine „latente Hemmung“ bestimmt von Vorteil. Für Kreativität, Sozialarbeit, Erfindung und Forschung ist unsere „offene Wahrnehmung“ eine unwahrscheinliche Bereicherung. Genau diese Perspektive benötigen wir für die ganzheitliche Integration, dieser Menschen in unserer Gesellschaft. Darum ist eine Differenzierung von erworbenen Schwierigkeiten LRS und veranlagten Legasthenie unumgänglich. Denn Menschen mit erworbenen Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben, besitzen seltener so eine offene Wahrnehmung, als Menschen mit einer Veranlagung „Legasthenie“. Dies hängt eindeutig an der ungleichmäßigen Zusammenarbeit unserer Sinneswahrnehmung, es ist meine hypothetische Annahme, dass es sich so verhält. Es ist eben ein weiterer Aspekt der uns differenzieren lassen muss. Dieses Thema wird auch in meinen neuen Buch betrachtet.

2. Überarbeitung, am 26-10-2010 um 21.45 Uhr

Alle Rechte für Bildung und Text bei Lars-Michael Lehmann – Dieser Artikel darf nicht Kopiert werden!

Wenn Schützlinge aufblühen!

2010/10/21

Schön, wenn sich die Schützlinge weiterentwickeln. Unter anderen betreue ich schon seit einem Monat eine legasthene und dyskalkule Grundschülerin hier aus Dresden. Dass, war eine ganz schöne Herausforderung; denn Kombinationen sind sehr komplex. Zusätzlich mussten wir sie auch von der Schule holen, weil sie noch nicht sich zurechtfand. Grundschüler müssen es generell lernen sich zu orientieren – je eher, je besser. Bei uns ist es aber manchmal noch etwas spezielleres. Sie hatte enorme Schwierigkeiten in der Orientierung, gegenwärtig nach 4 Wochen hat sie diese Aufgabe bewältigen können.

Das war für diese kleine Tagträumerin eine Meisterleistung, diente gleich einmal zum Orientierungstraining. In beiden Gebieten zeigte sie bisher eine gute Motivation, die Aufmerksamkeit und Konzentration verbessert sich auch, ist einfach Konzentrierter. Gott, sei Dank geht die Schule mit Ihr etwas geduldiger um. Die Mutter meinte schon, wenn es nicht funktionieren würde in der Grundschule, müsste sie eben auf Sonderschule. Solche Reaktionen kommen meistens aus Unwissenheit, für die Kinder ist es aber Unmenschlich. Wenn man diese Schülerin genauer beobachtet, wirkt sie zwar etwas verträumt und Ihr fallen nicht alle Dinge so leicht.

Aber sie hat mit ihren 8. Jahren einen Wortschatz, es ist enorm. Sie ist kreativ und ist voller Fantasie. Die Kleine wird sich nach meinen Prognosen gut entwickeln! Eklatant ist, dass sie spaß an der Sache hat, mit mir 2 mal die Woche zu trainieren – sie ist in den letzten Wochen förmlich aufgeblüht und widmet sich gern den Lesen und Schreiben, Rechnen.

Medienbericht: „Unter uns“ des MDR Fernsehens

2010/10/21

Nach meiner Sicht konnte ich entlich einmal die Öffentliche Sichtweise über uns Legastheniker differenzierter darstellen. Es war bisher der beste Medienbericht. Das man im Vorfeld die Legasthenie als Störung, Schwäche, Gendefekt dargestellt wird, hängt sicherlich an unseren „alten“ Legasthenieverband der sich an der Diskrepanzdefinition der WHO-ICD 10 orientiert. Daher fällt es den Medien immer schwer dieses hoch komplexe Thema überhaupt zu verstehen. Darum war zu differenzieren! Jedenfalls macht es Freude in der Öffentlichkeit das Thema bekannter zu machen, dass im Sinne von uns legasthenen Menschen.  Es ist noch vieles an Aufklärung zu tun!

Hier können sie den Podcast anhören.

Legastheniker – Lars-Michael Lehmann beim TV-Talk: „Unter uns“ im MDR Fernsehen

2010/10/14

Der Dresdner Lars-Michael Lehmann ist am 15. Oktober um 22.00 Uhr unter den Gesprächsgästen bei: „Unter uns“, dieser berichtet aus seiner interessanten und bewegenden Lebensgeschichte als Legastheniker. Schulpsychologen erkannten nicht seine veranlagten Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben, sondern vermuteten eine angrenzende geistige Behinderung, obwohl er über eine gute allgemeingebildete Intelligenz verfügte, und schickten Ihn auf Sonderschule zu DDR-Zeiten. Auch seine berufliche Entwicklung wurde im Zuge der Wende erschwert, er konnte nie eine Berufsausbildung entsprechend seiner Fähigkeiten absolvieren. Seinen Berufswunsch als kreativer Fotograf ein Studium oder eine Ausbildung zu beginnen scheiterte an den Barrieren der Behörden und des Bildungssystems, trotz nachweislicher „überdurchschnittlicher Begabung“.

Er ließ sich dennoch nicht unterkriegen, und übte sich im zivielen Ungehorsam. Lehmann beschäftigte sich schon 1993 mit dem Thema Legasthenie, besonders mit der unfähigen Gesellschaft die dies Thema nicht verstanden hatte. Ministerien, Behörden, Politiker, Verbände wurden von Lehmann mit Petitionsschreiben versorgt. Dass über viele Jahre! Es nutze aber nichts.

Im Sommer 2007 kam sein erneutes Outing als Legastheniker, dass eben schriftlich als Legasthenieblogger. In den letzten Jahren alsolvierte er das Studium zum Diplomierten Legasthenietrainer (EÖDL), daraus entwickelte er sich zum betroffenen Legasthenieexperten und Fachjournalisten und ist Vertreter einer differenzierten Betrachtung der Thematik. Aufgrund seiner unabhängigen wissenschaftlichen Auseinandersetzung entwickelte er die Idee der privaten Bildungseinrichtung Legasthenie Coaching die er erst kürzlich in seiner Heimatstadt Dresden gegründet hat. Zusätzlich ist er auch aktives Mitglied des Deutschen Dachverbandes Legasthenie e. V.


Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 770 other followers