Archiv für März 2010

20 Merkmale für eine Dyskalkulie

2010/03/25

20 Merkmale für eine Dyskalkulie. Kann man rund fünf Merkmale mit „Ja“ beantworten ist von einer Dyskalkulie auszugehen.

  1. Es wird ungewöhnlich viel Zeit für Rechenoperationen gebraucht, mit schnellen Erschöpfungszustand
  2. Zahlenräume, Mengen, Größen, Formen, Distanzen können schlecht erfasst werden, die Verbindung zwischen Zahlen begriffen und Mengen fehlt
  3. Rechensymbole (plus, minus, Division-und Multiplikationszeichen) werden nicht immer richtig erkannt, oder vertauscht
  4. trotz intensiven Übens werden keine wesentlichen Fortschritte erzielt, geübtes wird wieder sehr schnell vergessen
  5. aus- oder weglassen von Ziffern
  6. Schwierigkeiten beim überschreiten des Zehner-und/oder Hunderterschrittes
  7. Zahlenreihen können nicht korrekt weitergeführt werden
  8. die richtige Wiedergabe von Zahlen schwierig (67/76)
  9. Verwechslung von ihm nicht klingenden Zahlen (19/90)
  10. beim Kopfrechnen können Zwischenergebnisse nicht gespeichert werden
  11. Schwierigkeiten beim alle lernen das Einmaleins
  12. Seiten verkehrte Schreiben oder lesen von Zahlen (6/9)
  13. Verwechslung von ähnlich aussehen bezahlen (6/5)
  14. falsche Wiedergabe von Zahlen beim abschreiben
  15. Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung und Reproduktion räumlicher und zeitlicher Abfolge
  16. Textaufgaben und/oder Rechenaufgaben mit zusätzlichen Texten bereiten große Schwierigkeiten
  17. widersprüchliche Rechenergebnisse werden oft nicht bemerkt/oder geduldet
  18. kein Abschätzungsvermögen, zum Beispiel: zwischen Zahlen und Ergebnisse wird keine Verbindung erkannt (14 + 20 = 16)
  19. zählen und/oder rückwärts zählen gelingt nicht oder nur unter Verwendung der Finger
  20. generelle Regelunsicherheiten

Diese Punkte sind die gängigen Unterscheidungsmerkmale einer möglichen Dyskalkulie. Trotzdem ist jeder Mensch mit einer Dyskalkulie sehr unterschiedlich. Diese Schwierigkeiten treten nicht nur bei einem Grundschüler auf, sondern auch bis hin zum Erwachsenen.

Dyskalkulie ist für viele Mathelehrer ein Fremdwort!

2010/03/09

Viele Mathematiklehrer haben von der Dyskalkulie leider selten richtige Informationen. Dies hängt zum einen an der Forschung in diesen Bereich. Die pädagogische Forschung gibt es erst rund 20 Jahre im Bereich Dyskalkulie.

Man sammelt die Dyskalkulie im Bereich der Rechenschwächen, so wie es eben Lese-und Rechtschreibschwächen gibt. Auf den Punkt gebracht, heißt dies: Die Menschen werden eben als gehandikapt eingestuft und gut, es mit dem „Fall“. Meistens sind auch die Diagnosen einer Dyskalkulie kaum aussagekräftig, um welche Schwierigkeiten es sich bei den Schülern handelt.

Die Kinder sind eben zu blöd, die Grundrechenarten zu erlernen. Lehrer, Eltern wundern sich aber, dass alle anderen Dinge von den geistigen Leistungsfähigkeiten recht gut funktionieren. Da Mathematik wie das Lesen und Schreiben, zu den Grundlagen in der Schule gehören, scheitern sehr viel Betroffene auf der ganzen Schullaufbahn. Es geraten viele Schüler unter die Räder, schon meistens ab der Grundschule, die Hürde dann einen vernünftigen Schulabschluss zu schaffen, gestalten sich schwierig. Ein Großteil landet dann auf der Hauptschule, oder sogar auf einer Förderschule für Lernbehinderte, weil viele Betroffene kombinierte Schwierigkeiten aus Legasthenie und Dyskalkulie haben. Daher fällt es den Schülern doppelt schwer, und die Lehrer sind an öffentlichen Schulen kaum qualifiziert, um intervenieren zu können.

Es ist dann meistens, egal ob die Schüler kombiniert, aus einer Legasthenie oder Dyskalkulie betroffen sind. Der Fallstrick niedriger Schulabschluss ist viel zu oft der vorhanden. Lehrer sind mit diesen Herausforderungen in den Schulen von rund 30 Schülern völlig überfordert. Teilweise kann es auch an der methodischen Vermittlung des mathematischen Unterrichts liegen, das diese Kinder es dann nicht in die höhere Schulstufe schaffen, mögen.

Leider werden Dyskalkuliker als Dumme im Bildungssystem abgeschoben, und es entgeht ihnen eine spezielle Förderung, die sie dringend schon in der Grundschule benötigen. Denn das erlernen von Mengen, Zahlen, Zehnerschwellen, Rechenoperationen ist anders, nicht weil die Intelligenz nicht dazu reicht, sondern, weil die Sinneswahrnehmungen im Optischen, Akustischen, Raumlage, Körperwahrnehmung genetisch anders sind, überwiegend sind diese Schwierigkeiten auch mit einer Legasthenie gekoppelt. Leider hat bisher die Wissenschaft diese nicht zusammen betrachtet.

Diese Funktionen sind generell bei Betroffenen anders, und individuell unterschiedlich, und können daher von der regulären Intelligenzdiagnostik nicht differenziert werden, darum hatte Jean Piaget mit seiner lernpsychologischen Entwicklung nur ansatzweise recht gehabt, den er vergaß, die reibungslose Funktionsweise der Sinnesfunktionen.

Daher ist auch die pädagogisch-diaktischen Entwicklung in der methodischen Lehre im Mathematikunterricht nicht dyskalkuliefreundlich. Pädagogen können in der Regel nicht einmal die Symptome richtig deuten, um den Schülern die richtige Hilfe zu vermitteln.

Legasthenie und Dyskalkulie als Kombination ist keine Seltenheit!

2010/03/02

Selber bin ich kombiniert betroffen und bin also Legastheniker und Dyskaluliker, in Kombination einer visuellen Hochbegabung.

Ich wollte es nie so recht war haben, das ich nicht nur Legastheniker bin, sondern eine veranlagte Kombination habe. Nun verstehe ich auch die Schwierigkeiten, die ich auch in der Schule mit den mathematischen Grundlagen hatte. Durch das Studium zum Diplomierten Dyskalkulietrainer, werden noch viele Zusammenhänge viel klarer.

Leider gibt es im Bereich der Forschung viel wenig Wissen über diesen Bereich der Mathematik. Man weiß aber auch, das diese Veranlagung genetisch bedingt ist. Und kann mit Kombination aus Legasthenie und Dyskalkulie auftretten. Leider wird diese auch im Sammelbecken der Diskrepanzdefinition der WHO ICD-10, und wird wie die Legasthenie als Störung oder Schwäche bezeichnet.

Bei der Dyskalkulie gibt es genauso die Unterschiede wie bei der Legasthenie und LRS, es gibt die erworbene Rechenschwäche und die veranlagte Dyskalkulie. Heute kann man eine Dyskalkulie schon recht früh erkennen. Es gibt nur wenige, die richtig differenzieren können. Der große Legasthenieverband BVL e. V., diese Schwierigkeiten auch als Rechenstörung, von einer Differenzierung ist da auch wenig zu sprechen.

Kommt es dann zu Kombination einer Legasthenie und Dyskalkulie, wird es meistens sehr schwierig, noch schwieriger, wenn man „nur“ diese Veranlagung einzeln hat. Spart sich diese dann vielleicht, mit einer Hochbegabung, wird die Differenzierung noch schwieriger. Eigentlich hat man in allen Bereich wenig Erfahrung, in der Kombination viel weniger und in Verbindung mit Hochbegabung noch viel weniger.

Besonders wenn es um die genauen Diagnosen geht. Es wird schon schwer eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, von einer Legasthenie zu unterscheiden. Da sieht es mit differenzierter Diagnostik schwierig aus, kommen Matheschwierigkeiten, wird es noch um einiges komplexer. Im Bereich der Legasthenieforschung weiß man heute einiges mehr. Richtig gesagt, die Dyskalkulie verhält sich sehr ähnlich wie die Legasthenie, dies bloß im Mathebereich und ist unabhängig von der kognitiven Entwicklung.

In Rahmen meines Aufbaustudiums werde ich mich sowieso noch sehr intensiv damit auseinandersetzten bzw. vertiefen. Es wird auch eine kombinierte und insolierte Betrachtung der Dyskalkulie und Rechenschwäche, sowie Legasthenie und LRS geben.

Im meiner beruflichen Praxis erlebe ich es immer wieder das auch kombinierte Betroffene gibt. Diese ist nicht immer der Fall, sind aber keine Seltenheit. Leider gibt es auch der wissenschaftlichen Literatur keine validen Aussagen. Da man bis heute dies Erscheinungsformen nicht selten als Lerndefizite, definiert. Auch wenn sie es keines Falls sind.


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