Über die Thematik Legasthenie gibt es eine überschaubare Anzahl von wissenschaftlicher Literatur. Hier in Deutschland sind die verlegten Fachbücher noch überschaubarer.
Überwiegend war die Psychologie und Medizin in den letzten Jahrzehnten auf des Rätsels Spur.Darum klingen fast alle Definitionen pathologisch, auch die Erkenntnis und Hilfestellungen sind meistens diesem Sektor zuzuordnen – man muss es bei der wissenschaftlichen Betrachtung halt wissen.
Seit vielen Jahren Lese ich wissenschaftliche Bücher über die Legasthenie, umso mehr man diese Bücher ergründet umso rätselhafter werden diesen einen erscheinen. Die wissenschaftlichen Anstrengungen waren bisher kaum für uns förderlich, da sie nicht wirklich unsere Anliegen für eine ganzheitliche Integration formulieren können. Sie beinhalten zu viel „Beschränkungen“ unserer wirklichen Möglichkeiten. Es gab von der wissenschaftlichen Seite in Deutschland bisher kaum nennenswerte Anstrengungen pragmatisch uns den Weg frei für ein selbstbestimmtes Leben zu machen. Veraltete Störbilder und Schwächen werden uns niemals den Platz in unserer Gesellschaft gewähren können – darum sind so manche Theorien und Hypothesen, sehr fraglich.
Der bekannte schottische Rennfahrer Jackie Stewart* und Legastheniker sagte einmal auf einer internationalen Wissenschaftstagung: „Sie werden nie wirklich verstehen, was es bedeutet, Legastheniker zu sein. Egal, wie lange Sie schon in diesem Bereich arbeiten, egal, ob Ihre eigenen Kinder Legastheniker sind – Sie werden nie verstehen, wie es sich anfühlt, die ganze Kindheit über gedemütigt zu werden und Tag für Tag eingeimpft zu bekommen, dass Sie es nie zu etwas bringen werden.“
Ich kann Stewart an diesen Punkt nur Recht geben! Man hat es in vielen Etappen im Leben selber sehr scherzhaft erfahren müssen, was es heißt „Legasthen“ zu sein. Die Forschung ist in vielen Bereichen sehr einseitig – wenn es nicht so traurig wäre könnte ich so manches mal, was die Wissenschaft über uns behauptet „Schmunzeln“ oder gar „Lachen“. Aber ich behalte immer den ernst der Lange im Auge!
In den letzten Jahren sah ich fast keine wissenschaftliches Arbeit was in „unserem Sinne“, und ich begann hier zu schreiben. Hin und wieder Lese, quer Beet in der wissenschaftlichen Literatur. Schon seit Anfang der 90er Jahre bin ich dem Phänomen auf der Spur. 2012 sind es dann 20 Jahre meiner eigenen wissenschaftlichen Auseinandersetzung.
Eines ist sehr sicher***: „Die Legasthenie ist eine eigene Wissenschaft mit multikomplexen Zusammenhängen, sowie verschieden wissenschaftlicher Disziplinen.“ Bis heute habe ich in meiner eigenen wissenschaftlichen Auseinandersetzung viele Zusammenhänge erkannt. Diese werden sicherlich künftig viele Bücher füllen, und bei der Arbeit für die Betroffenen eine gute Hilfe sein. Darum unterscheide ich mich auch in den Ansätzen grundsätzlich, die es hier in Deutschland noch vorherrschen.
Dass allerwichtigste Faktum ist***: Menschen die eine Erbanlage wie es die „Legasthenie“ ist haben, sind weder noch Schwach, Gestört, Krank und noch viel weniger Behindert. Ganz im Gegenteil! Im laufe der Menschheitsgeschichte entwickelten wir unsere Gehirne anders, darum muss man die Legasthenie als eine andere „geistige Entwicklung unserer Intellektuellen Fähigkeiten sehen.“ Darum sind die Bezeichnungen die uns andere wissenschaftliche Disziplinen, untermogeln wollen überheblich und vermessen.
Der britische Neuropsychologe Andrew W. Ellis** bestätigte es so: Was auch immer die Legasthenie sein mag, jedenfalls ist sie keine „Lesestörung“. Ellis hat es richtig erkannt, und will uns damit sagen: ***Dass, das Gehirn aus der Perspektive unserer geistigen Entwicklung in der Menschheitsgeschichte nie darauf ausgelegt war zu Lesen. Weil eben für das Lesen weder noch Gene zuständig sind, noch irgendwelche biologische Strukturen die jeweils dem Lesen dienen würden. Unsere Lesefähigkeiten sind im laufe der Kulturgeschichte, erlernte und genormte sowie automatisierte Fertigkeiten, die es uns Trainieren ließen zu Lesen und zu Schreiben. Unser Denkorgan muss sich diese sehr individuell Antrainieren, bei uns sind diese Trainingsmechanismen grundsätzlich anders. Als bei Menschen ohne diesen Veranlagungen.
Die Wissenschaft ist in unserem Fachbereich immer noch weit am Anfang, um dies im unserem Sinne richtig verstehen und zu sehen.


