Archiv für August 2009

Voice Pro 12 -Premium im Praxistest

2009/08/27
vioce_pro12

Screenshot von Voice Pro 12 unter Windows 7 des

Seit drei Wochen testen wir mit einem Klienten von mir Voice Pro 12 – Premium von Liguatec. Wir haben diese Spracherkennungssoftware auf Windows 7 installiert.

Die Installation verlief sehr benutzerfreundlich und einfach, auch die Einstellung des Sennheiser Headsets sowie Einstellung des Mikrofons war sehr einfach.

Auch ohne viel zu üben funktioniert der die Spracherkennung richtig gut, die Texte konnte man für den Anfang gebrauchen. Nach einer regelmäßigeren Übungsphase, wurden die Ergebnisse um einiges besser. Es lohnt sich also für eine gewisse Phase mit dieser Software zu üben und es kommen besonders für den beruflichen Bereich sowie für die Anwendung im Studium sehr gute Ergebnisse heraus.

Die SpeechCorrect-Funktion erkennt recht gut verschieden klingender Wörter wie aus ähnlichen Kontexten kommen. Man kann also seinen Text so sehr gut anpassen und optimieren. Diese Funktion ist eine wirkliche Unterstützung.

SamartCommands sind vereinfachte Sprachbefehle für die Steuerung von VoicePro 12, man braucht nur zu sagen: Word 2007 Starten, und es öffnet sich das Schreibprogramm.

Recherche Funktionen eignen sich für die Websuche sowie für das durchsuchen des Computers nach Dateien. Für diese Funktionen braucht es etwas Übung, nach einigen Versuchen kann man aber recht gute Ergebnisse erzielen.

Mobiles Diktieren diese Funktion eignet sich besonders für den beruflichen Bereich. Man kann gedankliche Notizen in eine WAV-Datei umwandeln um diese dann bei Voice Pro 12 zu importieren. Diese Funktion, klappt auch recht gut. Es ist schade dass man keine Mp3-Dateien importieren kann. Aber sonst ist diese Funktion in der Praxis gebrauchsfähig, und erzielt nach meiner Meinung recht gute Ergebnisse für den beruflichen Alltag.

Voice Pro 12 – Premium eine sehr gelungene Spracherkennungssoftware für die praktische Anwendung im beruflichen Alltag oder Studium. Besonders für einen Legastheniker eignet sich diese Software, denn man kann auch verschiedene andere Tools wie LingCheck, oder den Voice Reader von Liguatec in Kombination nutzen. Dies erhöht die Rechtschreibung zusätzlich, und kann sehr gut die Rechtschreibfehler kompensieren.

Voice Pro 12 ist bisher die professionellste Spracherkennungssoftware die es auf dem Markt gibt. Nicht nur der einfache Bedienung ist sehr beeindruckend, sondern auch die einfache und reibungslose technische Umsetzung. Auch das Benutzerhandbuch ist sehr gut strukturiert und übersichtlich, auch die Hilfsfunktionen im Programm selbst sowie die Kommandozentrale sind gut strukturiert und benutzerfreundlich.

Von meiner Seite als Legasthenieexperten, würde ich diese Software sogar für den Einsatz im schulischen Bereich empfehlen, sowie Studium und Beruf.

Hier ist ein Probetext meines Klienten:

Definition Varietät

Die deutsche Sprache als eine natürliche Sprache umfasst verschiedene Teilsprachen (Z.B. Standardsprache, Umgangssprache, Dialekte, Fachsprachen, Gruppensprachen), die auch als Subsysteme der deutschen Sprache bezeichnet werden. In der Fachsprache der Sprachwissenschaft bezeichnet man diese Teilsprache oder Subsysteme als Varietäten (lateinisch Varietas gleich Verschiedenheit ). Die Gesamtheit aller Varietäten einer Sprache wird auch die Architektur genannt.

Man kann also Voice Pro 12 – Premium mit gutem Gewissen weiterempfehlen. Auch der Preis von 169 € ist für diese Software gerechtfertigt.

Testen Sie es am besten selbst!

Die Optische Differenzierung

2009/08/25
od_training

Optische Differenzierung, Bild: Lars-Michael Lehmann

Die Schwierigkeiten der Optischen Differenzierung (OD) sind bei jedem Legastheniker unterschiedlich ausgeprägt.

Im Moment trainiere ich mit einen Grundschüler und einen Teenie die Optische Differenzierung. In der Diagnose erkennt man auch ohne einen Screeningverfahren ob es sich um eine Legasthenie handelt oder auch nicht. Zumindestens als betroffener Legasthenieexperte erkenne ich diese Schwierigkeiten in der Unterscheidung von Optischen Eindrücken wie Buchstaben, Symbole oder auch Bilder.

Diese Schwierigkeiten hängen an unserer anderen Verbreitung der Sinneseindrücke im visuellen Bereich. Im Training kann man aber diese Unterscheidungsschwierigkeiten durch gezielte Aufgaben, verbessern und trainieren.

Dabei geht es um die Verbesserung des Eiprägens und Wiedergebens im Optischen Bereich. Die Funktion ist sehr wichtig um Buchstaben, Wörter usw., richtig zu unterscheiden zu können.

Bei einen Legastheniker werden diese Schwierigkeiten im der Optischen Differenzierung wie d-b, t-k, m-n, q-g diese werden sehr oft vertauscht. Diese sind aber bei jedem Legastheniker anders.

Selber vertausche ich sehr gern: d-b, p-b, t-d, m-n, g-k usw.

Eine schnelle Lesehilfe, zum selber Bauen!

2009/08/21

Lesehilfe

Bild: Lesehilfe von Lars-Michael Lehmann

Welcher Legastheniker kennt das nicht? Man muss einmal schnell einen Text lesen. Egal wo. Vielleicht auf der Behörde, oder vielleicht schnell einmal einen wichtigen Text bei einen Bekannt. Im Leben gibt es viele Möglichkeiten; um Lesen zu müssen.

Als Legastheniker kann es einen sehr schwer fallen um sofort an der Stelle den Text lesen zu können. Unsere Augen müssen sich erst einmal das Schriftbild, Schriftgröße, Zeilenabstände gewöhnen. Um mit den Augen richtig Fokussieren zu können. Darum kann, es auch zu Desorientierung   kommen. Die Konzentration, und die Fremden Sinnesreize von Außen. Geräusche wie Uhrenticken, andere Sprechen, fremde Menschen die einen nicht kennen.

All das kann bei uns Legastheniker für einiges Chaos sorgen! Da muss man eben über seine Ängste springen und seinen Umfeld sagen: „Achtung!, ich bin Legastheniker, und muss mich Konzentrieren können!“. Dann, bitte um ein Blatt Papier, teile es um zwei Teile. Nutze diese Teile für den senkrechten Teil zum Lesen. Also für das Lesen, Ziele für Zeile. Denn anderen nimmst du für das senkrechte Abtasten der Buchstaben und Wörter.

Und fertig ist deine schnelle Lesehilfe. Das gebe ich auch meinen Erwachsenen Legasthenikern an die Hand, um das sie eben leichter in Drucksituationen sich auf den Text Konzentrieren könne. Hält man die Hilfen fest, muss man sich auch auf den Text Konzentrieren, den man da liest.

Promiwelt: Quentin Tarantino bekennt sich mit „Inglourious Basterds“ – mit Falscher Filmüberschrift zur Legasthenie

2009/08/19

Bild: Flikr.com/Potatojunkie

Bild: Flikr.com/Potatojunkie

Wer kennt Quentin Tarantino nicht? Erst neuerdings ist er wieder in den Schlagzeilen. Tarantino ist ein Geniehafter Resesure, Schauspieler, Produzent und Drehbuchautor und lebt in Tennessee / USA.

Mit seinen neusten Film: Unrühmlichen Mistkerle wo er die Überschrift mit falscher Rechtschreibung: Inglosourious Basterds statt Inglorious Bastards veröffentlich ließ. Im letzten Jahr tauchte auch sein Drehbuch mit Schreib- und Tippfehlern im Internet auf.

Tarantino ist für seine pompöse, und überpointierten Darstellung als Schauspieler oder auch Regisseur, Filmproduzent wohl bekannt.

Nächste Woche Donnerstag, den 20. August kommt der Kriegsfilm in die Kinos.

Tarantino zeigt uns wieder einmal zu was legasthene Menschen fähig sein können, wenn man Ihnen nur die Chancen gibt. Ist ist wieder einmal sehr Typisch über einen Legastheniker mit Hochbegabung.

Trailer zum Film

Quellen:FAZ.net vom 19.08.09  Tarantinos „Inglourious Basterds“ Lasst uns Nazis skalpieren!; Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Quentin_Tarantino und http://de.wikipedia.org/wiki/Inglourious_Basterds

Legastheniker sind nicht selten gute Dialektiker

2009/08/10

redner

Ein guter Dialektiker zu sein, hat nicht mit guter Rechtschreibung zu tun.

Die Dialektik ist die Fähigkeit der guten Gesprächsführung. Nicht nur gute Talkmaster sind mit geschulter Dialektik vertraut. Dialektik braucht man nicht diesen Bereichen, auch wenn sie da anzutreffen ist.

Sie ist immer da anzutreffen wo Menschen gut kommunizieren können, sie schließt eine gute Ausdrucksweise, also einen sehr guten Wortschatz mit ein.

Bisher sind mir nicht wenige Legastheniker begegnet die in diesen Bereichen wirkliche gute sind. Man muss da nicht nur auch die alten legasthenen Dichter und Schriftsteller wie Hans Christian Anderson oder Agatha Christie zurückblicken. Beide waren begnadete Dialektiker.

Um es einmal zu verdeutlichen, Dialektiker sind nicht selten gute Redner. Sie haben also richtige Lust an der guten Unterredung. Fördert man sehr früh diese notwenigen Fähigkeiten, kann sich auch ein wirklich guter schriftlicher Ausdruck entwickeln, dass jenseits der schriftlichen Rechtschreibregeln.

Legastheniker haben nicht selten einen überdurchschnittlichen schriftlichen Ausdruck, der leider von vielen Pädagogen nicht berücksichtigt wird. Guter Ausdruck hat sehr wohl etwas mit den kognitiven Fähigkeiten es Menschen zu tun. Daher ist es notwendig wenn man diese guten Fähigkeiten berücksichtigen und fördern würde.

Die Dialektik ist eine wichtige Begabung von vielen anderen legasthenen Fähigkeiten, diese stechen nicht selten bei diesen Menschen hervor. Es gibt aber auch Legastheniker die keine sind – sie können sich eben normal ausdrücken. Man muss aber sagen: „Es gibt nicht wenige Legastheniker mit guten dialektischen Fähigkeiten“. Ein gutes soziales Umfeld könnte dies natürlich in der frühkindlichen Entwicklung mit unterstützen. Auch eine mehrsprachige Erziehung ist förderlich für die kognitiv dialektischen Fähigkeiten eins Kindes allgemein. Wo man wieder bei der frühkindlichen Förderung gelandet ist. Hinzukommen eben auch die kommunikativen Verhaltensweisen des sozialen Umfeldes hinzu. Diese haben leider sehr oft mit dem Bildungshintergrund der Eltern zu tun, sie haben aber nicht mit den vorhandenen kognitiven Fähigkeiten zu tun. Sondern sie haben ersichtlich mit der jeweiligen Sozialisierung zu tun.

Betz & Breuninger-Modell verdeutlicht den Teufelskreis der Legasthenie

2009/08/05

Abb. 1: Modell von Betz & Breuninger

Das Betz & Breuninger-Modell* stammt aus dem Jahre 1984 und verdeutlich sehr genau die möglichen Schieflagen die zum Teufelskreis bei einem legasthenen Schüler oder auch Erwachsenen zusammenwirken können.

Manche vielen Experten aus Medizin und Psychologie und leider auch Pädagogik als beziffert diese als Entwicklungsstörung bezeichnet. Hierum handelt es sich nicht um organische Entwicklungsverzögerungen im kognitiven Bereich. Als Experte beobachte ich viele dieser aufgezeigten Symptome die den Teufelskreis bei einem Betroffenen Schüler entstehen können. Da kann man schon von einer Störung der Entwicklung reden, nicht weil dieser Gestört ist. Sondern weil er von der unaufgeklärten Gesellschaft in der gesunden Entwicklung behindert wurde.

Diese können sich im Laufe der Zeit durch Schulangst, Lernblockaden, Unkonzentriertheit, Ängsten, durch Stigmatisierung seiner selbst und des sozialen Umfeld sowie der Lehrer äußern.

Mal ein ganz praktisches Beispiel wie sich der Teufelskreis bei einen Schüler entwickeln kann. Ein Schüler muss von der Tafel abschreiben, schreibt aber mit vielen Fehlern und sehr langsam von der Tafel ab. Es kann sogar sein das die Aufgabenstellungen falsch interpretiert werden. Weil der Schüler Schwierigkeiten hat die Aufgaben richtig zu strukturieren. Zusätzlich kommen, Zeitdruck hinzu.

Der Lehrer ermahnt den Schüler du musst dich besser konzentrieren, streng dich an schneller und ohne Fehlern abzuschreiben. Leider sind viele Lehrer nicht so recht über die Legasthenie aufgeklärt und meinen dass der Schüler vielleicht keine Lust hat, oder Lerndefizite hat. Es kann zu vielen Schwierigkeiten im schulischen Alltag kommen. Diese verstärken sehr oft den Teufelskreis. Lehrer Wissen leider genau bei diesen Symptomatik die sich durch Rückzugverhalten, Resignation, Schulängsten uvm., dass es sich nun schon um verstärkte Symptome von Folgeerscheinungen einer Sekundärlegasthenie es sich handelt.

Andere Experten beziffern dadurch die Zahl bei etwa 40-50 Prozent** der Schüler die mögliche seelische Erkrankungen durch falsche Förderung schon in der Grundschule sich grundlegend entwickeln können. Daher entsteht sehr schnell der frühe Therapiemarathon bei Kinderärzten, Schulpsychologen und Legasthenietherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden.

Jeder dieser Therapeuten wird mit seinem eigenen Konzept zu Therapieren versuchen. Daher verstärkt sich der Druck auf das legasthene Kind. Es entstehen durch die vielen Therapieansätze entsehen noch mehr Blockaden, da nun dann Kind von sich und seiner Umwelt signalisiert wird das es „Schwach“, „Krank“ oder sogar „behindert“ sein muss.

Nicht wenige erleben dadurch einen enormen Druck, und werden sich durch die vielen verschiedenen Ansätze sich sicherlich auch nicht besser entwickeln.

Der größte Mangel ist, das man in unserem Bildungssystem einfach Schüler die nicht nach der genormten Norm lernen viel zu Schnell zu Therapeuten schickt, das Ihnen schon in der Schule mit pädagogischen Methoden zu helfen. Nicht selten werden Kinder falsch „Therapiert“, und werden dann wie Kinder mit AD(H)S mit Ritalin behandelt. BVL-Experten arbeiten schon heute an Medikamenten für die sogenannte „Legasthenietherapie“. Die von der Pharmaindustrie gefördert werden.

Geht es um eine direkte Legasthenie braucht keine Therapie sondern nur vernünftige Strategien pädagogisch didaktische Ansätze um völlig als normaler Schüler in das Bildungssystem integriert zu werden. Ist das Kind in den Brunnen gefallen braucht es sicherlich Therapien für die seelischen Folgeerkrankungen. Das ist leider in unseren viel zu oft die gängige Praxis, die Leider vom Legasthenieverband BVL und der Pharmalobby der WHO gestützt wird, um Menschen mit Legasthenie therapieren zu dürfen. Es geht dabei viel zu wenig um die Lobby der Betroffenen, man schlägt richtig Kapital mit der Schieflage des Bildungssystems. Der Teufelskreis wird darum nicht zum Wohl des Betroffenen durchbrochen, sondern er wird sehr oft um ein vielfaches potenziert.

Quellen: *Abb. 1: Modell von Betz & Breuninger 2001, S. 191, Teufelskreis Legasthenie  ** Prof. Tiemo Grimm  40-50 Prozent  der Legastheniker erkranken seelisch und Lars-Michael Lehmann

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