Archiv für Juli 2009

Folgen durch Schulversagen bei legasthenen Schülern

2009/07/06

Heute möchte ich mich einmal etwas genauer mit den Folgen durch Schulversagen bei Schülern mit einer Legasthenie widmen. Selber kann man über viele Jahre Lebenserfahrung als Legastheniker zurückgreifen wie die Zusammenhänge aussehen können.

Habe auch gute Quellen von Experten gefunden die diese Beobachtungen auch gemacht haben, über diese werde ich die nächste Zeit sehr intensiv Berichten.

Durch die ablehnenden Erfahrungen im sozialen Umfeld sowie Schule entwickeln nicht wenige Legastheniker verschiedene Rollen als Betroffener. Einige Legastheniker verdrängen Ihre Schwierigkeiten, bekommen mehr oder weniger starke Minderwertigkeitskomplexe, denken von sich selber sie seinen eben dumm oder schlüpfen in die Opferrolle.

Müller-Wolf* sagte, „dass Legastheniker sich in einem Teufelskreis befinden.“ Das Schulversagen verstärkt die Schwierigkeiten oft auf der ganzen Ebene da die Kulturtechniken in allen Schulfächern benötigt werden um gut lernen zu können. Der Teufelskreis für viele Legastheniker kann sich bis zu völligen Lernblockaden führen.

Ehmann** erwähnt auch den o.g. Teufelskreis und Schreibt, dass Angst vor dem Versagen das „normale“ Erlernen von Lesen und Schreiben behindert, und so zu schlechten Leistungen führt. Legasthene Schüler reagieren bei schlechten Leistungen wiederum häufig mit Ängsten sowie gelegentlich sogar mit sekundären, körperlichen Symptomen, was sich verstärkt negativ auf den ganzen Lernprozess in der Schule auswirkt.

Diese Versagen ist keine persönliche Schwäche des betroffenen Schülers sondern ist auf den gesellschaftlichen Perfektionszwang zurückzuführen. Ehmann schreibt über den harten Wettbewerb den die Schule mit sich bringt, der daraus sehr oft viel zu viel Verstörung von Kindern und Jugendlichen beiträgt. Unsere epochale Technisierung weckt zusätzlich einen starken Sinn für Erfolg und Misserfolg. Auch Zwänge einem gesellschaftlichen Ideal zu entsprechen, das die eigenen Fähigkeiten untergräbt und nur noch auf Ihr Nichtkönnen fokussiert steigern die Situation erheblich.

Daher legt man schon sehr früh eine Laufbahn des Teufelskreises für den legasthenen Menschen, der sich mit schwerwiegenden Folgen äußern kann. Daher ist die sogenannte „Legasthenietherapie“ die von einigen Experten des BVL e.V. Fokussiert keine wirkliche Lösungen sondern eine Steigerung der Schwierigkeit, die den Betroffenen eher zum Übertherapierten machen als zu einem gestärkten Menschen der seine „Schwäche“ zu kompensieren weiß. Man muss einfach die Legasthenie als eine normale natürliche Veranlagung verstehen, daher wird die so genannte Therapie kaum etwas bewirken können. Da man einen Legastheniker nicht zu einen perfekten Rechtschreibprofi Therapieren kann.

In Deutschland wird aber leider durch die Legasthenietherapie der Teufelskreis nicht abgemindert, sondern eher verstärkt da man den Betroffenen weiß machen will das er nicht „ganz Gesund“ ist. Es Helfen nur ganzheitlichen und maßgeschneiderte Ansätze zur Kompensierung und des Barrierefreien Zugang im Bildungssystem.

Quellen: * Müller-Wolf 1974, zit. Nach Naegele, I. M. (2001). Schulschwierigkeiten in Lesen, Rechtschreibung und Rechnen. Vorbeugen, verstehen, helfen. Weinheim und Basel: Beltz., und Ehmann** H. (2000). Ist mein Kind Legastheniker. Ein Ratgeber zur Lese- und Rechtschreibschwäche. München: C. H. Beck oHG, Legasthenieexperte Lars-Michael Lehmann

Praktische Beobachtungen beim Schuleinritt legasthener Schüler

2009/07/03

grundschule

Eine Legasthenie macht sicher erst in den Grundschuljahren bemerkbar. Der Schuleintritt ist eine besondere Herausforderung für jedes Schulkind sowie deren Eltern. Das weiß jeder aus eigener Erfahrung und Praxis.

Die neue wichtige Lebensphase spielen für die Grundschüler hohe Leistungsanforderungen einer sehr wichtigen Rolle für die gesunde Entwicklung des Leistungsvermögens, Selbstbildes, der Eigen- und Fremdwahrnehmung weil sie nun den Anforderungen der Lehrer und Eltern gerecht werden wollen.

Führ legasthene Schüler gestaltet sich dies durch die nicht selten richtig diagnostizierten Schwierigkeiten beim Erlernen der Kulturtechniken um einiges schwerer oder gar nicht als bei Schülern die Nichtlegasthen sind. Die anwachsenden Schwierigkeiten der ersten Schuljahre, die Unwissenheit des Familienverbandes, Lehrer, Fachexperten verstärken die Tendenzen des Selbstzweifels und fördern dadurch große Unsicherheiten in der wichtigen Entwicklung der kindlichen Identität.

Eine besondere Qual werden die ersten Schreibversuche, das Lesen und später auch das abschreiben oder schreiben an der Tafel. Dieses ausgeliefert sein, bringt vielen sehr große Unsicherheit. Hinzukommen eben auch das fehlende Verständnis der Pädagogen hinzu. Durch die Schwierigkeiten in dem Fach Deutsch, können die Schüler mit einem Desinteresse und einer scheinbaren Faulheit sich dem Fach widmen äußern.

Viele Betroffene können so Ihre eigenen individuellen Fähigkeiten zur vollen Entfaltung bringen, da sie durch die Qual mit dem Fach Deutsch sich mit schweren Selbstzweifeln ärgern müssen.

Zu beobachten ist, das dies längerfristig viele Frust- und Demotivationsquellen nährt dies sich im gesamten Leben des Schülers zeigen. Auch das Familienleben kann viel Frustration mit sich bringen. Durch diese Überforderung und dem Unverständnis seiner Umwelt kommt es sehr oft zu Verhaltensaufälligkeiten und Schulangst sowie sozialer Isolation kommen.

Daher entsteht im Zusammenhang auch der Abfall bzw. die Minderung der schulischen Leistungfähigkeit. Fördert längerfristig Misserfolge und destabilisiert die ganze legasthene Persönlichkeit, da in den ersten 4. Grundschuljahren sehr wichtige Grundlagen für die weitere Schulbildung gelegt werden. Viele Fachexperten vermuten darin nicht selten Lernbehinderungen und die Überweisung in einer Sonderschule für Lernbehinderte oder Hauptschule ist sehr oft geebnet.

Durch diese erste negative schulische Erfahrung sind nicht selten seelische Folgeerkrankungen eine Wahrscheinlichkeit von 40-50 Prozent*, diese rühren aber nicht von der Legasthenie sondern von Unwissenheit des Umfeldes. Auch eigene Erfahrungen aus meiner langjährigen Praxis bestätigen das. Ein frühe und richtige pädagogische Diagnose könnte dies alles zu einem hohen Prozentsatz vermeiden. Die Reaktionen auf das Kind im sozialen Familienumfeld sind auch wichtige Faktoren, sind diese von seitens der Familie positiv lassen sich die erlebten Versägensängste und späteren seelischen Erkrankungen ersichtlich vermeiden. So erlebe ich es sehr oft in der Praxis.

Quellen: Bild: © Rungholt Von Suchodeletz, W. (2007), Lese- Rechtschreib- Störung (LRS) Fragen und Antworten.,Eine Orientierungshilfe für Betroffene, Eltern und Lehrer. Stuttgart:
W. Kohlhammer GmbH & *Prof. Tiemo Grimm, Legasthenieexperte Lars-Michael Lehmann

Die Ursachen der Entwicklung von Lernblockaden und Schulängsten

2009/07/01

Bei betroffenen Familien herrscht sehr oft ein Gefühl von: „etwas stimmt nicht mit unserem Kind“, oft gibt es dann zwei verschiedene Reaktionen vom familiärem Umfeld. Entwerter das Umfeld wird strenger oder es wird nachlässiger mit dem Kind im Umgang.

Betz & Breuninger (1982; zit, nach Mann, 2001, S. 189 ff) ging an dieser Stelle auf den Teufelsgreis ein, der bei den meisten legasthenischen Kindern in der Grundschule beginnt. An dieser Stelle geht es nicht um das  Nichtkönnen, sondern auch um das Verhalten des Betroffenen Kindes das sehr früh Schulversagen und Lernblockaden entwickelt.

Meistens wissen die Eltern und Lehrer dass diesen Kinder Lese-und Rechtschreibschwierigkeiten haben, darum meint man sehr oft das diese Kinder eine festere Hand brauchen, Führung, intensivere Aufsicht oder eine besondere Umsorgung. Diese Verhaltensweisen des Umfeldes verstärken den Druck, da es sich am Umfeld orientiert und mit seiner eigenen Wahrnehmung vergleicht, und sich auch damit innerlich auseinandersetzt, ob vielleicht doch etwas nicht so recht mit Ihm Stimmen mag.

Durch diese Wahrnehmung die das Kind selber nicht Unterscheiden und Einordnen kann reagiert es mit verschiedenen Abwährhaltungen wie: Trotzigkeit, Gekränktsein oder Hilflosigkeit. So verstärkt es das Wahrnehmungsbild des Umfeldes über sich selbst. Im Schulalltag können sich Verhaltensweisen wie Rückzug, Isolierung, oder Herumkaspern zeigen.

Genau diese Verhaltensweisen beeinflussen nicht nur das Fremd- und Selbstbild des Kindes, sondern sie bewirken auch die Lernblockaden und Versagensängste noch viel mehr im Problemfach Deutsch. So setzt sich auch die Lust am Lesen, Schreiben ersichtlich herab. So beginnt zumeist der Teufelskreis des Nicht-Könnens und Scheiterns in der Schullaufbahn. Dies hat schwerwiegende Folgen für die weitere Entwicklung der legasthenen Persönlichkeit


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